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Dienstag, 28. Mai 2013

Der Manöverschluck

Der Manöverschluck hat Tradition. Schon in der frühen Seefahrt wurde nach schwierigen Manövern an die Mannschaft zur Belohnung Alkohol ausgeschenkt. Zunächst Bier und Wein, später auch der berühmte Rum, oft in Form von Grog, also verdünnt mit Wasser und Zitronensaft und mit Zucker vermischt. 

Dazu ein Auszug aus Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Grog

"Seit dem 17. Jahrhundert bis 1970 wurde auf den Schiffen der Royal Navy Rum (seltener Arrak) als Proviant an die Mannschaft ausgegeben. Disziplinlosigkeit und Trunkenheit waren nicht selten die Folge. 1740 ließ daher – und auch wegen steigender Knappheit auf den oftmals langen Kriegsfahrten – der englische Vize-Admiral Edward Vernon (1684–1757) seine Matrosen den Rum nur noch mit Wasser verdünnt trinken. Später wurde das Getränk auch mit Zucker und Limettensaft versetzt (wirkte gegen den auf langen Törns weitverbreiteten Skorbut, und ohne Rum hätten viele den Zitronen- bzw Limettensaft nicht getrunken). 
Vernons Spitzname war „Old Grog“, da er meist einen warmen Umhang aus Grogram trug, einem groben Stoff aus Seide und Wolle. Dieser Name wurde bald auf das neue Getränk übertragen. In dem kälteren Klima Großbritanniens wurde der Grog dann heiß getrunken.
Seit Beginn des 19. Jahrhunderts ist das Getränk auch in Deutschland bekannt. Für einen steifen Grog gilt immer noch die alte Seefahrerregel: „Rum muss, Zucker kann, Wasser braucht nicht“. 
Der Begriff „groggy“ bezeichnete ursprünglich das Gefühl, wenn man zu viel Grog getrunken hatte, und wird heute auch genutzt, um einen erschöpften Zustand zu beschreiben. 
(...) Insgesamt war der Genuss von Alkohol, in welcher Form auch immer, in jeder Marine früher sehr verbreitet. Passend dazu ein Spruch von der norddeutschen Küste, der sich heute noch häufig in dortigen Kneipen findet: "Gott schütze uns vor Sturm und Wind / und Gläsern, die voll Tinte sind!" (...)"

Nicht voll Tinte, sondern voll Rotwein sollten die Gläser auf einem Urlaubstörn heutzutage bitte sein. Schließlich hat das Tradition - und man ist ja zum Vergnügen unterwegs. Deshalb ist ein großer Betrag aus der Crewkassa für alkoholische Getränke vorgesehen und zu Törnbeginn wird ein Verantwortlicher dafür ernannt, dass immer genügend kaltes Bier vorhanden ist. 

Dagegen ist auch nichts einzuwenden. Die Frage ist nur, zu welchem Zeitpunkt diese Getränke zu sich genommen werden sollten/dürfen?

Nicht selten geht es schon bei Fahrtantritt los. Da wird Neptun mit einem Whiskey gehuldigt und die Tradition (schon wieder!) erfordert es, die Flasche gleich weiter zu reichen, der Rangfolge nach: zunächst der Kapitän, dann der Steuermann...

Moment! Kapitän und Steuermann sind gerade dabei mit einer Jacht von - sagen wir - 14 Tonnen den Hafen zu verlassen, d.h. mit einem mittelschweren LKW und prosten sich im prallen Sonnenschein mit einem Whiskey zu? Man muss kein Arzt sein, um anzunehmen, dass die beiden ziemlich "groggy" sein werden und kein (Seefahrts-)Rechtsexperte, um zu wissen, dass das wahrscheinlich gar nicht gut ist - und sehr unvergnüglich enden kann. 

Ein Schiffsführer darf nicht durch Übermüdung, Medikamente oder Alkohol-/Drogeneinfluss beeinträchtigt sein. So viel ist bekannt. Trotzdem wird es oft ignoriert - mit folgender Schönrederei:

- "Es wird schon keiner kommen und mich kontrollieren auf offener See." (Dabei wird vergessen: spätestens im Hafen kann es mittlerweile überall im Mittelmeer zu stichprobenartigen Alkoholkontrollen kommen!)

- "Was soll denn passieren? Wir sind ja nicht auf der Autobahn und werden schon mit niemandem zusammenstoßen." (Falsche Annahme, wie die Statistik zeigt. Unfälle mit Sach- und leider auch Personenschaden passieren, zugegeben nicht nur mit anderen Schiffen, aber es gibt ja genügend Schifffahrtshindernisse im Mittelmeer. Spätestens bei Unfallaufnahme wird man dann übrigens auch zur Alkoholkontrolle gebeten!)

- "Ich steh nicht am Steuer, lass eh wen andern fahren." (Ändert nichts, denn sollte der Schiffsführer ein paar Gläser zu viel getrunken haben und jemand anderen mit der Steuerung des Schiffes betrauen, so entbindet ihn das NICHT von seiner (strafrechtlichen) Verantwortung!)

- "Ich bin eh versichert." (Autsch! Auf die Klausel der Groben Fahrlässigkeit sollte man sich im Fall von Trunkenheit besser nicht verlassen.)

Wer mit einem mittelschweren LKW im Mittelmeer unterwegs ist, der sollte sich auch an eine ganz einfache Regel aus dem Straßenverkehr halten: DON´T DRINK AND DRIVE!

Dem Neptun sei sein Beruhigungstrunk bei Fahrtantritt gegönnt. Skipper und Mannschaft sollten aber abwarten bis das letzte Manöver des Tages abgeschlossen ist, also bis die Jacht wieder gut vertäut im Hafen oder in einer Bucht vor Anker liegt. Dann hat man sich den Manöverschluck auch redlich verdient! 

Tipps: 
- "Don´t drink and drive" gilt auch auf Jachten 
- Promille-Grenzwerte für das Segelrevier nachlesen und einhalten
- Wer leicht seekrank wird, sollte auf Alkohol verzichten 
- Gute Seemannschaft bedeutet: Manöverschluck nach dem letzten Manöver des Tages in der Bucht vor Anker oder im Hafen trinken 

(photo credit: http://www.victorianweb.org/art/illustration/dalziel/49.html)

Samstag, 23. Juni 2012

Senden Sie uns Ihr schönstes Urlaubsfoto - und gewinnen Sie!


Ecker Yachting veranstaltet im Internet den Fotowettbewerb „Mein schönstes Urlaubsfoto“, bei dem die TeilnehmerInnen einen Segelgutschein in der Höhe von EURO 300,- gewinnen können!

Aus den Top 5 der eingesandten Fotos mit den meisten Clicks wird der Gewinner gelost.

Mit der Registrierung auf der Homepage und Einsendung eines Fotos an fotowettbewerb@eckeryachting.com oder des Uploads auf den Server von Ecker Yachting sind Sie schon dabei!

Lesen Sie sich hier die Teilnahmebedingungen durch:

Ecker Yachting wünscht Ihnen einen schönen Urlaub mit vielen wunderschönen Augenblicken, die alle ein Foto (und den Gewinn eines Fotowettbewerbs) wert sind! 



Samstag, 25. Juni 2011

Segeltörn in Griechenland

Wissen Sie schon, wo Sie diese Saison segeln werden? Wie wäre es denn mit Griechenland? Von den Ecker Yachting Stützpunkten in Lefkas oder Achilleion aus können wunderschöne Segeltörns unternommen werden.  

Mit den untenstehenden Amateurfilmen kann man sich schon ein wenig auf den Segelurlaub in Griechenland einstimmen...




Weitere Informationen gibt es mit einem Klick hier:

Haben Sie Bild/Filmmaterial von einem Segeltörn mit Ecker Yacht und wollen Sie dieses mit unseren Kunden und Lesern teilen dann senden Sie uns gerne ein Email an: socialmedia@eckeryachting.com!

Dienstag, 15. März 2011

Seenomaden im Audimax - präsentiert von Ecker Yachting

ECKER YACHTING präsentiert beide Vorträge der SEENOMADEN über ihre zweite Weltumsegelung im Audi Max der Uni Wien, Dr.-Karl-Lueger-Ring 1, 1010 Wien.

Hier die genauen Daten:
Freitag, 18. März, 20.00 Uhr
UM KAP HOORN IN DIE SÜDSEE
Abenteuer von eiskalt bis tropenheiß

Freitag, 25. März 2011, 20.00 Uhr
4 JAHRE SÜDSEE
Archipel Sehnsucht, auf der Suche nach den glücklichen Inseln Ozeaniens

Auf der Webseite der Seenomaden gibt es weitere Informationen: http://www.seenomaden.at/

Samstag, 11. Dezember 2010

Wir freuen uns über Ihre Törnberichte!

Wenn man mal gerade nicht in der Hafenkneipe sitzt, mit Ausblick auf das Meer, bei Sonnenuntergang, und die neuesten Geschichten vom Skipper des Nachbarschiffs erzählt bekommt, dann kommt das "Segeln" durch's Internet gerade Recht. Törnberichte, Bilder und Filme laden zum Träumen ein. Schauen Sie einmal in Ihren letzten Urlaub-Ordnern nach. Bestimmt findet sich dort Material, das Sie mit uns teilen wollen.

Wir veröffentlichen im Ecker Yachting weBLOGbuch Ihre schönsten Stories!

Senden Sie Anekdoten, Erfahrungsberichte, Sonnenuntergangsfotos, Regatta-Abenteuer-Filme, Revierinformationen, Restauranttipps, Routenpläne, etc... an eckeryachting.socialmedia@gmail.com!

It's your turn, ähm Törn! 


Sonntag, 5. Dezember 2010

Seenomaden - Archipel Sehnsucht


Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, in die Südsee zu reisen? Keine andere Region der Erde hütet bis heute mehr Sehnsüchte und Träume als die Eilande des Pazifiks, die versprenkelt in einem Ozean liegen, der größer ist als alle Kontinente zusammen. Vier Jahre kreuzen die Seenomaden auf ihrer zweiten Weltumsegelung durch die Südsee. Neugierde und Sehnsucht treiben sie von einer Insel zur anderen. Oft wähnen sie sich „außerhalb dieser Welt“.

In Tahiti erwischt sie ein tropischer Sturm, der den beiden bis heute in den Knochen sitzt. Nicht angekündigte 60 bis 70 Knoten in stockdunkler Nacht, slippender Anker, Kollision mit Nachbarboot, Dingi und Windfahne aus der Heckplattform gerissen und futsch, Propeller samt Welle verbogen, Bimini zerrissen.
Inseln, Inseln, Inseln.

Von Tahiti kreuzen sie gegen den Passat zurück zu den spektakulären Marquesas und gehen dann wieder ernsthaft auf Westkurs. Sie stoppen u. a. in den Cook Islands auf Suwarrow, jenem legendären unbewohnten Eiland, wo sich vor 50 Jahren Tom Neale aussetzen ließ und seinen Traum an der Realität maß. Über Wallis segelen sie nach Fidschi in die von Yachten kaum besuchte Lau Gruppe. Bereits Ende Oktober läutete Xavier die Hurrikansaison ein, und sie vertschüßen sich nach Neuseeland. Man soll den Zyklonen nicht auf der Nase herumtanzen. 1.200 Seemeilen in nur sieben Tagen auf Halbwindkurs bedeutet: ständig überspültes Deck, tropfende Luken, Waschmaschine mit Schleudergang. Die Vollgasabteilung lohnt sich, kaum in Opua angekommen, zieht Sturm auf. Geschwindigkeit steht oft auch für Sicherheit.

Im Gegensatz zu den meisten Fahrtenseglern, die in Neuseeland für ein halbes Jahr die Segel streichen, beginnt für die Seenomaden ein neues Abenteuer. Sie wollen runter in den "Southern Ocean" bis nach Stewart Island, zur Antipode von Österreich. Dort einen Rundblick über das Meer werfen und wissen: Da geht es nach Hause. Das machen sie dann wirklich. Im windzerzausten Port Pegasus, auf 47 Grad Süd, finden sie sich am anderen Ende der Welt. Würden sie hier eine riesige Stricknadel durch den Globus stechen, würde ihre Spitze in Österreich rauskommen.

Eines ist klar: Sie befinden sich quasi auf dem Heimweg. Doch der Gedanke gefällt ihnen gar nicht. So schenken sie sich ein weiteres Jahr in Ozeanien. Aber nicht im erschlosseneren Teil zwischen Tahiti und Fidji, sondern im wilderen Teil der Südsee, Lichtjahre vom Lifestyle Bora Boras entfernt. Sie setzen Segel Richtung Melanesien und Mikronesien, eine Kette von Archipelen im Westpazifik. Tikopia, Nanumea, Ailuk, Nukuoro, Kapingamarangi, Kitava - das sind einige der Ziele. Kaum bekannte Namen in einem ozeanischen Kosmos, der weit abseits der gängigen Fahrtenseglerrouten zu finden ist.

Was in den Monaten darauf folgt, ist erwartungsgemäß kein gemütlicher Urlaubstörn. Das gilt für die Tage auf See, an denen sich Nomad hart am Wind durch Konvergenzzonen und stürmischen Passat müht. Das gilt erst recht an Land, wo Myriaden von Moskitos und Fliegen auf sie lauern, wo jeder kleine Schnitt zum Tropengeschwür wuchert, wo in brütender Hitze jegliche Aktivität mit ungeheurer Anstrengung einhergeht. Sie treffen auf Kulturen, in denen das Archaische noch immer gegen die Neuzeit steht. In einer Welt voller Tabus und rätselhafter Rituale kommen sie sich manchmal wie Außerirdische vor.

In Tikopia z.B. müssen sie in die Hütte des Häuptlings auf allen vieren robben. Nach der Audienz kriechen sie rückwärts wieder hinaus, denn dem Chief das Hinterteil zu zeigen, wäre ein grober Fauxpas. In den Marshall Inseln darf Doris nur lange Sackkleider tragen, denn weibliche Knie und Oberschenkel sind einzig und alleine dazu da, den Männern den Kopf zu verdrehen. Außerdem kein Landgang mit nassen Haaren, sie würden auf soeben ausgeübten Sex deuten. In Kitava verschenken die Menschen z.B. ihre gesamte Yams-Ernte, um ihrerseits von anderen beschenkt zu werden. Gaben verpflichten, Schenken verbindet. Schnell werden sie Teil dieser archaischen Schenkkultur. Die Insulaner bringen Yams, Süßkartoffeln, Papayas und Schnitzereien im Kanu zu ihnen an Bord. Sie geben Reis, Zucker, Kleidung und Angelzeug zurück.

Während der Jahre in den Hinterhöfen der Südsee leben die beiden außerhalb unserer Zeit. Sie vermissen nichts, kein Telefon, keinen Fernseher, kein Internet, keinen Supermarkt. Die Insulaner lehren sie Genügsamkeit: Weniger, statt immer mehr.

Schließlich das Unbehagen vor der Rückkehr in die Zivilisation. Und ein Gefühl von Zerrissenheit. Als ob das Wandern zwischen zwei Welten, sie daran hindert, sich noch irgendwo heimisch zu fühlen. Auch nach diesen vier Jahren will die Südsee in ihren Köpfen der faszinierenden Realität nicht völlig weichen. Ständig träumen sie von einer Rückkehr. Es ist fast wie Heimweh...

Französisch Polynesien – Cook Inseln – Fidschi – Neuseeland – Vanuatu – Salomonen – Tuvalu – Kiribati – Marshall Inseln – Mikronesien – Papua Neuguinea


Zur Homepage und den Vortragsterminen: http://www.seenomaden.at/frameset.html

Weiters präsentieren die beiden Weltenbummler Ihr erstes Buch "SEENOMADEN - FREI WIE DER WIND", das am 05. Oktober 2010 erschienen ist. ISBN 978-3-200-01986-7 / 296 Seiten, 247 Abbildungen, 9 Karten / Preis: Euro 24,90